Aktuelles

Was tut sich in der APS?


8. Internationaler Kongress 2015 in Würzburg
Die Kongress-Programmhefte sind verschickt und es nähert sich schon bald das Ende des günstigsten 1. Frühbuchertarifs (30.11.2014). Also: JETZT ANMELDEN!

Der APS-Kongress wird mit hochkarätigen Hauptvorträgen und über 90 Seminaren wieder eine Fülle von Anregungen und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten.
Er wird aber auch zu einer Drehscheibe werden für Begegnungen, Austausch und Informationen. Das Congress Centrum Würzburg wurde in der Zwischenzeit vergrößert und renoviert, so dass die Rahmenbedingungen noch besser zu uns passen!

Viele Organisationen werden Treffen am Rande des Kongresses anbieten. Durch die vergrößerte Ausstellungsfläche haben wir auch mehr Platz für Stände als beim letzten Mal.
Und die Stadt Würzburg wird das ihre dazu beitragen, dass dieser Kongress ein großartiges Erlebnis wird.

Anmeldung über das Papierformular im Programmheft oder über www.aps-kongress.de .
Bei der Online-Anmeldung können Sie gleich über PayPal bezahlen. Damit ist Ihre Anmeldung dann sofort gültig, auch gebuchte Seminare gesichert.

Wenn Sie noch Programmhefte brauchen - oder etwa keines bekommen haben sollten: Email an info@akademieps.de genügt.




Wieviel Narzissmus braucht der Mensch?
Ein Bericht von Burkhard Grolla
Unter dieser herausfordernden Frage stand der APS-Regionaltag Nord 2014.
Dr. Martin Steinbach und sein Team luden zum 18.10.14 ins Diakonissen-Mutterhaus nach Elbingerode ein und gut 80 Interessierte kamen, um sich dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu nähern.

Einführend zeigte Olaf Kormannshaus, Pastor, Psychologe und Leiter des Instituts für Seelsorge und Psychologie (ISP) im Bildungszentrum Elstal, seine biblisch fundierte Sichtweise auf:
Bereits die ersten Seiten der Bibel zeigen, wie der Mensch die Kränkungen, „nicht zu sein wie Gott“ (Adam und Eva); „nicht angesehen zu werden“ (Kain); „nicht bedeutend zu sein und keinen großen Namen zu haben“ (Turmbau zu Babel) gar nicht ertragen kann. Beispiele narzisstischer Kränkungen, ohne dass die Bibel diesen Begriff explizit nennt.
Auch Petrus findet seinen angemessenen und von Jesus zugewiesenen Platz erst nach dem Durchleben seiner persönlichen „narzisstischen Krise“.
Uns lässt Jesus in seinem Gebet, dem „Vater Unser“, unseren eigenen Narzissmus reflektieren:
Es geht zuerst nicht um unsere Wünsche, sondern um seinen Willen, sein Reich, seine Pläne. Erst dann fügen sich auch unsere Bedürfnisse ein. Eine „notwendige tägliche Arznei für jeden Menschen“ sei die gebotene Anerkennung der eigenen Schuld und die Bereitschaft, sich und anderen die Schuld zu vergeben.

Ihre psychotherapeutische Sicht stellte Frau Dr. Ulrike Birth, Chefärztin der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie am Diakonie-Krankenhaus Harz GmbH, Elbingerode vor:
Der Narzissmus-Begriff unterliegt in unserer Gesellschaft einer inflationären Nutzung und wird leicht für jeden angewendet, der egozentriert handelt. Er kann als Kontinuum dargestellt werden, mit einem gesunden Mittelmaß zwischen zwei ungesunden Polen, wobei er an den Hauptkriterien Egozentrik, Empfindlichkeit, Empathie Mangel und Entwertung anderer erkennbar wird.
Ziel des Narzissten ist, die eigene Nichtigkeit nicht erleben zu müssen. Er schützt sein kleines, verletztes Inneres mit einem dicken Panzer, damit er nie wieder eine Verletzung spüren muss! Eine Weiterentwicklung des verkümmerten Ich ist damit nicht möglich und es bleibt auf einer Entwicklungsstufe, z.B. der der „Großartigkeit“ stehen.
Narzissmus kommt in unterschiedlichen Formen vor: der „großartige“, der „chronisch beleidigte“, der „parasitäre“, der „amouröse“, der „querulatorische“ Narzisst…
Bei allen soziokulturellen Veränderungen unserer Zeit wird der pathologische Narzissmus zunehmend als gefährlich angesehen – vor allem bei Führungspersonen. Sie werden meist als charismatische Persönlichkeiten geschätzt, aber fast niemand will die negativen Seiten wahrnehmen, trotz ihrer sehr destruktiven Folgen. So kommen dann auch eher die Angestellten oder Angehörigen als Opfer in die Beratung als der Narzisst selbst.
Die Behandlung von pathologischen Narzissten galt lange als nahezu unmöglich (es herrscht bei ihnen ja kein Leidensdruck) und gilt noch immer als sehr schwierig. Seitdem der „Burn-Out“ langsam aus der Tabuzone herauskommt, gehen aber auch mehr Narzissten in Beratung, wenn auch u.U. unter Angabe anderer Störungsbilder. Es muss erst zu einer Krise kommen, bevor der Narzisst langsam bemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist.
In der Behandlung ist der sehr geduldige Aufbau einer tragfähigen Vertrauensbasis das entscheidende Element, damit der Klient später vorsichtige Konfrontationen erträgt und sich nicht in unerträglicher Kränkung erneut abschottet. So ist fortwährende, echte Wertschätzung ohne falsches Lob angezeigt. Der Klient soll sehr viel „ins Erleben“ und „ins Spüren“ gebracht werden, um den harten Panzer nach und nach aufzuweichen.
Menschen mit einem „gesundem Narzissmus“ wissen, dass sie Fehler haben, dass sie versagen dürfen.

Hinweise zum Umgang mit Narzissmus aus seiner seelsorgerlichen Sicht stellte Martin Henschke, Seelsorger am Diakonie-Krankenhaus in Elbingerode vor:
Der Narzisst ist wie jemand zu sehen, dem die Fähigkeit fehlt, Bestätigung und Wertschätzung von außen zu speichern. Ihm fehlt das „Gefäß“ dazu und so ist er immer darauf angewiesen, diese äußere Bestätigung ständig neu einzufordern. So sei es immer wieder eine Herausforderung, in der Seelsorge den Menschen wahrzunehmen, der diese Wertschätzung auch verdiene. Nur dann könnten Betroffene nach und nach lernen, auch Schwächen einzugestehen.

Aussprachen im Plenum und intensive kleinere Gesprächsgruppen rundeten das Thema ab. Danke für diesen intensiven und sehr bereichernden Tag!



18. Tagung "Empirische Forschung in Psychotherapie und Seelsorge" in Egenhausen
Ein Bericht von Rolf Senst
Wissenschaft hat viel mit Empirie zu tun – das systematische Sammeln und Auswerten von Erfahrungen ist für gesicherte Erkenntnisse ausgesprochen wichtig. Das gilt für den Bereich Psychotherapie als wissenschaftliche Fachdisziplin, ist aber auch für den Bereich Seelsorge interessant. Schon vor ihrer Gründung haben spätere Gründungsmitglieder der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge eine regelmäßige Fachtagung unter dem Oberthema „Empirische Forschung in Psychotherapie und Seelsorge“ veranstaltet. Diese Tagung fand jetzt am 11. Oktober zum 18. Mal statt, als Kooperation der APS mit der de´ignis Fachklinik in Egenhausen/Schwarzwald.
Inhaltlicher Schwerpunkt waren diesmal Bewältigungsstrategien im Kontext von psychischer Gesundheit. Der genaue Tagungstitel lautete: „Copingstrategien und die Rolle von religiösen Ressourcen in psychotherapeutischen Prozessen“.
Nach einer Einführung in aktuelle Aspekte der Religiosität durch Prof. Stefan Huber - Lehrstuhlinhaber für Religionsforschung an der Universität Bern - wurden von unterschiedlichen Referenten fünf empirische Studien zum Schwerpunktthema vorgestellt und diskutiert. Auf besonderes Interesse stieß eine von Dr. Sonja Friedrich-Killinger an der de´ignis Fachklinik durchgeführte Dissertations-Studie mit dem Titel „Die Bindungsbeziehung zu Gott – ein dynamischer Wirkfaktor in der Therapie?“ Die Auswertung von über 200 Patientendaten zeigte einerseits gute Behandlungsergebnisse hinsichtlich der psychischen Gesundheit für (fast) alle Patienten. Bemerkenswert war dabei, dass diejenigen Patienten, bei denen sich parallel eine emotional positiv getönte Vertiefung ihrer Gottesbeziehung ereignete, am meisten profitierten. Dieser Unterschied war statistisch signifikant und damit relevant für Wissenschaft. Er weist auf einen eigenständigen Wirkfaktor hin. Die Studie ist, erweitert um eine Übersichtsarbeit zum Forschungsstand über den Zusammenhang von Religiosität und psychischer Gesundheit im Allgemeinen und die Bedeutung der Bindungstheorie im Besonderen unter dem o.g. Titel im Buchhandel erhältlich.
Weitere Themen waren die Stärkung der Schmerzbewältigung („Schmerz lehrt beten“) sowie die Verhinderung von Religiosität und Depression im therapeutischen Prozess (beides Schweizer Studien, vorgestellt von Dr. René Hefti, Chefarzt der Klinik SGM in Langenthal). Abgerundet wurde die Tagung durch die Beiträge zweier Nachwuchswissenschaftlerinnen: einmal zur Interaktion von Schmerzwahrnehmung und der Verarbeitung emotionaler Gesichtsausdrücke bei depressiven Patienten (Carolin Hohnecker, de´ignis Fachklinik), zum anderen eine Studie zum Selbstverzeihen im Zusammenhang mit Religiosität und persönlichkeitspsychologischen Konstrukten (Mirjam Gotter, Universität Halle)
Die nächste Tagung dieser Art ist für den Herbst 2015 geplant.




Kongress-Stipendien
Aufgrund der großzügigen Teilnehmerspenden beim letzten Kongress, konnten wir für 2015 sechs Kongress-Stipendien nach Weißrussland vergeben und drei nach Lettland. Falls noch ein Betrag übrig bleiben sollte, wird der ebenfalls, wie angekündigt, in Stipendien umgesetzt.



Termine

8. Internationaler Kongress für Psychotherapie und Seelsorge vom 20. bis 23. Mai 2015 in Würzburg. Thema: DAS GUTE LEBEN - Sehnsucht und Verantwortung


Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen auf unserer Website und im Sekretariat

Autor: Martin Grabe

Unsere Zeitschrift P&S


Leseproben von P&S sind im APS-Sekretariat oder beim Bundes-Verlag erhältlich.



P&S bestellen:

Telefon
02302 / 930 93 – 682
(Frau Imming, Bundes-Verlag)

Email
abo@PundS.org

Internet
www.PundS.org (dort befindet sich ein Formular zum schnellen Anmelden)



Kontakt-Formular