Aktuelles
Was tut sich in der APS?
APS-Jahrestagung am 24. und 25. September 2010 in Marburg:
Der normale Mensch und die Sünde
Wer seelsorgerlich tätig ist weiß, wie groß der problemorientierte Gesprächsbedarf unter Menschen ist, aber gleichzeitig auch, wie selten Seelsorger heutzutage noch wegen des Wunsches aufgesucht werden, Sünde zu bekennen und loszuwerden. Die Sünde ist aus der Sprachzone verschwunden. Wofür wir Menschen keine Symbole mehr haben, damit können wir auch nicht mehr bewusst umgehen.
Es ist an der Zeit, dass wir Therapeuten und Seelsorger wieder mehr Empathie für die schwere, zerstörerische Last entwickeln, die so viele Menschen tragen müssen. Nur dann können wir ihnen dabei helfen, sich diese abnehmen zu lassen.
Weil die APS bei unserer Jahrestagung auch 10 Jahre alt wird, sind alle Teilnehmer am Freitagabend zum Feiern mit einem wirklich schicken Buffet ins Hotel Welcome in Marburg eingeladen.
Es wäre wirklich sehr schön, wenn Sie dabei sind! Falls noch nicht geschehen: gleich anmelden!
Kongress 2013
Auf unserer Website wird Kongressort und genauer Termin als erstes erscheinen.
Mitgliederliste
Hier haben wir inzwischen Rückmeldungen von praktisch allen Mitgliedern gesammelt. Weil es inzwischen 690 sind, wird es natürlich auch eine umfangreiche Liste. Wir suchen jetzt eine Möglichkeit, diese in praktischer Form drucken zu lassen, so dass sie zu einem wirklich nützlichen Kontaktwerkzeug auf dem Schreibtisch werden kann. Gerne würden wir die Liste als kleines Geschenk zum „10-Jährigen“ an unsere Mitglieder verschicken.
Therapeuten-/Beraterliste
Jetzt, wo endlich die Mitgliederliste auf den Weg gebracht worden ist, wird dieses Projekt in Kürze starten. Diese Liste ist dann nach Fertigstellung öffentlich zugänglich und jederzeit über unser Sekretariat abrufbar. Wir folgen damit den doch recht häufigen Anfragen, die unser Sekretariat erreichen. Gleichzeitig streben wir eine gute Vernetzung zu C-Stab und dem Beratungsführer als bereits existierende Listen an, damit für Ratsuchende die Orientierung nicht noch unübersichtlicher, sondern tatsächlich ein Stück leichter wird.
Persönlich berührt –
Begegnungskonferenz für Psychotherapie und Seelsorge
13.-15. Mai 2010, Spital am Pyhrn, Österreich
Was tun, wenn man den Traum hat, die christlichen Berater, Seelsorger und Therapeuten zu vernetzen? Wenn man möchte, dass die Christen in diesem Arbeitsbereich sich begegnen, einander kennenlernen und sich vernetzten? Ganz einfach, man plane eine Konferenz. So wurde die inzwischen dritte Begegnungskonferenz geplant und fand im Mai statt. Dieses Jahr stand sie unter dem Motto „Persönlich berührt“.
Es gibt gerade auch in diesen Berufsgruppen so manche Berührungsängste. Martin Grabe setzte sich in seinem Vortrag mit dem Thema „Spiritualität in der Psychotherapie – warum Therapeuten und Seelsorger einander brauchen“ auseinander. Denn laut Umfrage glauben 60 % der Bevölkerung an ein höheres Wesen. Untersuchungen zeigten, dass Menschen, die religiös sind, schneller gesund werden, weniger Schmerzmittel brauchen usw. Voraussetzung dafür ist ein gewährend-zustimmendes Gottesbild. Diesen Ergebnissen stellt sich die Klinik Hohe Mark und Martin Grabe berichtete, welche Patientengruppen im Bezug auf Spiritualität zu ihnen in die Klinik kommen und wie sie ihnen im spirituellen Bereich „multiprofessionell“ begegnen.
Pauline Skeates von Neuseeland sprach über „Insight focused therapy – lebensverändernde Einsichten auf nicht direktive Art und Weise vermitteln“. Sie betonte die Position der Freundlichkeit sich selbst gegenüber. Wenn Menschen ihr Leben aus der Liebe leben und nicht aus der Angst, dann blühen sie auf. Mit Humor und Herzlichkeit zeigte sie, dass die Symptome, die man als Erwachsener an sich eigentlich nicht haben will, einen perfekten Sinn machen. Denn sie werden aus der persönlichen Geschichte erklärbar und sind eine „natürliche“ Folge dieser. Achtsamkeit und bewusste Wahrnehmung sind Faktoren, die die Wanderung aus der Opferrolle heraus unterstützen. „Ich kann, weil ich bin und nicht weil ich muss oder soll.“
Dr. Reinhold Pichler sprach über „das Spannungsfeld von Religiosität und Psychotherapie“. Dazu spannte er einen großen Bogen vom psychosozialen Umfeld, über das religiöse Umfeld („Spiritualität ist die Lebenseinstellung auf das letztlich unfassbare Geistige“) zu der unterschiedlichen spirituellen Entwicklung von Mann und Frau nach Richard Rohr. Der Bogen zog sich weiter über das Gewissen („Es gibt ein Urgewissen, welches bildhaft eine tiefe Quelle ist, die verschüttet werden kann, aber nicht versiegen kann.“) Umgang mit Schuld und Schuldgefühlen bis hin zu religiösem Missbrauch und wie dem begegnet werden kann.
Den Abschluss der Hauptvorträge gestaltete Dr. Georg Bittmann mit dem Thema „Lernen von Hiob – die fünf Dimensionen des Lebens“. Der primäre Sinn des Leidens ist in Jesus erfüllt, in seinem „es ist vollbracht“. Aber für uns bleibt ein sekundärer Sinn, den die Betroffenen erst im Nachhinein finden können. Durch Hiob können wir erkennen, dass jeder Mensch in fünf verschiedenen Dimensionen seines Lebens entweder Sicherheit (Gesundheit) oder Unsicherheit (Krankheit/Schmerz) erleben kann. Aus diesen Dimensionen Materiell, Sozial, Physisch, Psychisch und Spirituell entwickelte er analog zum APGAR-Score den Hiob-Score. Dieser soll helfen, dass Patienten nicht nur auf der physiologischen Ebene behandelt werden, sondern die Hilfe zur Gesundung auch die anderen Dimensionen beachtet.
Diese Vorträge sprachen so manches in einem an, aber das Programm gab noch viele andere Möglichkeiten für ein persönliches Berührt sein. Da waren die unterschiedlichsten Workshops, einige mehr im Vortragsstil gehalten, andere in Richtung Selbsterfahrung. Am Markt der Möglichkeiten hatte man die Chance, neue Leute und deren Arbeit kennen zu lernen. Der Morgen wurde immer mit kreativen Andachten gestartet, wo man sich zum Beispiel gegenseitig für den Tag segnen konnte. Wer gerne allein in der Stille vor Gott sein wollte, konnte „die Reise“ besuchen und durch diese meditative Rauminstallation pilgern. Daneben wurde die Möglichkeit des Segensgebetes geboten und zu einem Gebetsspaziergang und Gebet zur Nacht eingeladen.
Mancher wurde auch vom Tagungslied berührt, welches extra für diesen Anlass von Peter Rettinger komponiert wurde: „Persönlich berührt, ich bin von dir persönlich berührt.... Mich berührt deine Liebe, die du mir geschenkt hast. Dein Sohn hat sie mir spürbar nahe gebracht, du hast alles gegeben, um mich zu gewinnen und dadurch unendlich reich gemacht.“
Berührung entstand auch durch das kabarettistische Programm von Johannes Warth: „7 Schritte zum Erfolg oder wie überlebe ich das 21. Jahrhundert?“ Unsere Bauchmuskeln hatten viel Bewegung an diesem Abend und zurück blieb eine fröhliche und auch nachdenkliche Stimmung.
Meinem persönlichen Empfinden nach wurden die Ziele dieser Begegnungskonferenz erreicht: Es gab viel an Begegnung, Beziehungen wurden geknüpft oder aufgefrischt, TeilnehmerInnen konnten fachliche Weiterbildung erleben und so manche wurden auch von Gott berührt.
Bericht von Margit Eichhorn
Autor: Martin Grabe
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