Aktuelles

Was tut sich in der APS?

Vernetzt! Verbunden! Verstrickt?

Psychotherapie und Seelsorge in einer digitalisierten Welt

10. Internationaler Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Würzburg, CCW, 5.-8.06.2019

APS-Kongress

Unser Kongress in Würzburg nimmt Formen an!

Zum einen haben inzwischen alle Hauptreferenten zugesagt. Hier deshalb schon einmal das Zeitraster, um ein bisschen Vorfreude aufzubauen.

PDF-Datei mit Zeitraster (Stand 18.06.2018)

 

Studis und junge KollegInnen

Zum anderen haben wir in verschiedenen Arbeitskreisen neue Ideen entwickelt, um den Kongress für Studierende und junge KollegInnen attraktiver zu machen. So wird es eine Youngster’s Lounge geben, wo alle Kongressteilnehmenden unter 30 über den ganzen Kongress einen Treffpunkt bekommen. Ausgehängt werden dort Angebote erfahrener Kongressteilnehmer und Leiter unter dem Motto „meet the experts“. Kontakte, Beratungen und Coaching werden so möglich.

Außerdem  wollen wir alle unter 30 einmal zu einem netten Essen einladen, wahrscheinlich während eines Seminarblocks und über die Mittagspause, wo dann Vertreter unterschiedlicher Institutionen (Ausbildungsstätten, Kliniken) an verschiedenen Tischen angesteuert werden können.

Es ist einfach prima, dass wir in der APS mal was Neues denken können und so viel Kreativität da ist.

(Martin Grabe)

 



Vorbilder!

Orientierung oder Verführung?

 

Zu diesem Thema erlebten wir am 27. und 28. April eine inspirierende Jahrestagung 2018 in Marburg.

Prof. Michael Rohde stieg in seinem Einführungsreferat aus theologischer Sicht gleich sehr umfassend ein. Er zeigte plastisch an Bildern, wie Vorbilder einen „Eindruck“ hinterlassen, stellte aber auch von vornherein fest, dass die Prägung durch Vorbilder in unterschiedliche Richtung gehen kann: sie können zu Überforderung und Werkgerechtigkeit drängen – und sie können ermutigen, in geistlicher Hinsicht auch dazu, Erlösungsbedürftigkeit und Erlösung anzunehmen.

Dabei gibt es in der Bibel drei Weisen, wie mit Vorbildern umgegangen wird:

  1. Depotenzierung (negative, warnende Beispiele)
  2. Idealisierung (bis hin zum direkten Lob: so war sonst keiner)
  3. Ambivalenz (gute und schlechte Eigenschaften werden dargestellt, durchaus im Sinne von 1. und 2., z. B. bei David)

Leitende werden aufgefordert, selbst Vorbild für andere zu sein.

Aber es wird auch das Ende aller Vorbilder beschrieben. Durch die Kraft des Heiligen Geistes wird das Vorbild Jesu zu einem inwendigen Bild, das keine äußeren Vorbilder mehr braucht.

Am Samstag dann ging Prof. Tobias Künkler aus Sicht der interdisziplinären Lern- und Beziehungsforschung auf Vorbilder ein. Er unterschied zwischen Nachahmung („Wir leben in Nachahmungsströmen“. Neue Ideen sind in der Regel „Kreuzungen von Nachahmungsströmungen“).

Mitahmung (Praktiken werden gemeinsam vollzogen, der Lernprozess ist zugleich ein Prozess des Zugehörig-Werdens),

Lernen für andere (dem anderen gleich werden wollen, von ihm begehrt werden, begehren, was er begehrt).

Die Relationalität unserer Existenz sei kaum ganz zu erfassen und zu würdigen. Menschen sind tief in Beziehungen eingebettet und auf diese angewiesen. Andere werden zum Spiegel für den Selbstwert. Im „Anerkennungsparadoxon“ wird ausgedrückt, dass Unabhängigkeit nur durch Abhängigkeit erreichbar ist. Der Forscher Todorow beschrieb, wie Menschen Anerkennung durch andersartiges, neuartiges Verhalten bekommen können (Distinktionsanerkennung) oder durch erwartetes Verhalten (Konformitätsanerkennung). Das erstere bestehe aber immer nur kurze Zeit. Falls es einen Trend auslöse, sei dieser dann ein neues Konformitätsideal.

Gisela Ana Cöppicus Lichtsteiner schloss die Tagung mit ab mit ihrem Vortrag über „Vorbilder für Therapeuten – Vom psychotherapeutischen Eros“. Wer bei diesem Thema erwartet hatte, als Therapeut oder Seelsorger Ermutigung oder Anregungen für sich selbst zu bekommen, wurde nicht enttäuscht. Sie vermittelte die Haltung der Ärzte Carlos Seguin und Christian Scharfetter, die den therapeutischen Raum als einen Raum der Liebe wahrgenommen haben. Der Therapeut glaubt an den Patienten und an die ihm eigenen Werte und wünscht ihm Entwicklung. Jürg Willi beschrieb, dass es Parallelen zwischen christlicher Liturgie und Therapie gebe: es gehe um die Etablierung einer tragfähigen Beziehung als Kern der Wirksamkeit. Hans Trüb, der mit Martin Buber befreundet war, postulierte einen „transzendentalen Seinsgrund“ des Menschen. Therapie ereigne sich vor einem großen Ganzen, der Therapeut sei nicht das letzte Agens in der Therapie.

Letztlich sei immer die Frage: was trägt uns selbst? Heinrich Spaemann sagte dazu: „Was ich im Auge habe, bildet mich.“

Erfüllt und glücklich traten die Teilnehmenden die Heimreise an.

(Martin Grabe)

 



ACC
Europe Association of Christian Counsellors

Bericht von Treffen von ACC-Europa 4.2.-6.2.2018 in London

ACC

 

Anwesend waren Vertreter aus Belgien, Großbritannien, Finnland, Frankreich, Italien, Französische Schweiz, Deutsche Schweiz und Deutschland. Entschuldigt waren die Teilnehmer aus Rumänien, Kroatien, Ukraine und Dänemark.

Wie jedes Jahr war es eine gesegnete und spannende Zeit in der wir erfahren durften, wie unterschiedlich sich die Situation von Christlicher Beratung und Seelsorge der ACC´s in den verschiedenen Ländern Europas darstellt.

Es war ermutigend zu sehen, wie uns über alle Konfessionen, Kulturen und Unterschiede in den Ausbildungen der gemeinsame Glaube an Jesus Christus verbindet. Auch der Wunsch Menschen in ihren Problemen durch eine christliche Beratung zu helfen ist ein Element das uns über alle Sprachbarrieren hinweg verbindet.

Fast alle Länder bieten Konferenzen zur Fortbildung und Vernetzung an, wir von ACC- Deutschland sind sehr froh, dass wir hier in der APS einen so kompetenten Partner haben, der diese Arbeit in Deutschland tut.

Verabschiedet wurde der langjährige Präsident von ACC-EU Jacques Poujol. Seine Nachfolge werde ich ab sofort antreten und hoffe, diesem Amt mit Gottes Hilfe gerecht zu werden und ACC Europa weiter voran zu bringen.

(Nicola Berstecher, 1.Vorsitzende ACC-D, Präsidentin ACC-EU)

Anmerkung: Die ACC-D ist sozusagen unsere Schwesterorganisation: gemeinsam sind wir Mitglied in der ACC Europe. Leider war die APS diesmal nicht bei dem Treffen in London vertreten. (MG)



Termine:

  • 10. Internationaler Kongress für Psychotherapie und Seelsorge am 5. – 8. Juni 2019 im Congress Centrum Würzburg

Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen auf unserer Website unter Termine und im Sekretariat.

Autor: Martin Grabe

Unsere Zeitschrift P&S

Leseproben von P&S sind im APS-Sekretariat oder beim SCM Bundes-Verlag erhältlich.

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Autor: Martin Grabe

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