Sonntag - 01. Mai 2022

19:30 Uhr

Begrüßung und Eröffnung der Tagung

Martin Grabe
1. Vorsitzender der APS

Grußworte

20:00 Uhr

Eröffnungsvortrag

Ulrich Giesekus

zukunftssicher
Wenn Angst und Polarisierung auf Hoffnung und Liebe treffen

Das Kongressthema steht im Dez 2019: Die Wirtschaft brummt, schwarze Null. Keine Pandemie, Lockdown, Black Lives Matter …
Bei Drucklegung des Programmheftes im Mai 2021 gibt es eine ganz andere Zukunft. Wie wird es im Mai 2022 sein? Verantwortliche denken Alternativen: Sind Großveranstaltungen möglich? Die Digitalisierung wird immer gegenwärtiger im Alltag. Trends ängstigen oder ermutigen. Die Welt verändert sich rasend schnell. Vorhersagen sind reine Spekulation. Im Spannungsfeld von Gesellschaft und Glaube ist Zukunftssicherheit eine innere Einstellung in der Gegenwart. Die erste Hälfte unseres Untertitels „Angst und Polarisierung“ ist Aufgabe von Psychotherapie und Seelsorge in Wissenschaft, Forschung und Praxis: wach und nüchtern hinschauen, reagieren, anpassen und helfen wo es möglich ist. Der zweite Teil „Hoffnung und Liebe“ hat einen Namen, ist eine Person, die Sünde vergibt und den Tod überwunden hat, und die man jetzt schon kennen kann. Christliche Sicherheit ist, nicht zu wissen, was auf uns zukommt, sondern wer auf uns zukommt.

Prof. Dr. Ulrich Giesekus ist Psychologe und lehrt an der Internationalen Hochschule Liebenzell. Er leitet dort den Masterstudiengang „Integrative Beratung“. Der Ehemann, vierfache Vater und achtfache Opa führt nebenher eine Praxis für Beratung in Freudenstadt.

Montag - 02. Mai 2022

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Anja Neu-Illg und Christine Beatrix Fischer mit Band

Anja Neu-Illg, Pastorin aus und in Mecklenburg. Zunächst Bankkauffrau, nach dem Studium der Evangelischen Theologie 10 Jahre Gemeindepastorin (BEFG) mit den Schwerpunkten Junge Erwachsene und Spiritualität in Hamburg. Geistliche Begleiterin, Systemische Organisationsentwicklerin, Autorin und Sprecherin für kirchliche Beiträge im NDR und Deutschlandfunk. Verheiratet, eine Tochter.“

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Sonja Friedrich-Killinger

„Angst essen Seele auf“

Die Angst als Lebensgefühl vieler Menschen scheint ein stetiger Begleiter in unserer Gesellschaft geworden zu sein. Wir haben Angst vor Krankheit, vor dem Klimawandel, vor der Meinung anderer, vor Arbeitslosigkeit, vor Ablehnung, vor Versagen, vor der Gewichtszunahme sowie dem Corona-Virus – man könnte meinen wir fürchten uns zu Tode. Angst, sie kann die Seele in Beschlag nehmen, Karrieren be- und verhindern, sie kann quälen, einsam und krank machen. Doch schärft sie auch als genetisches Urprogramm des Menschen die Sinne, sichert das Überleben und kann uns zu Höchstleistungen antreiben. Angst, sie reicht von Real- bis hin zu Verlassenheits- und Bindungsängsten. Auch die religiöse Bindung kann Ängste auslösen oder heilsam Ängste auflösen. Das Vertrauen auf einen Gott, der liebt, annimmt und unveränderlich angesichts aller Ängste besteht, kann helfen, die Seele neu aufatmen zu lassen.

Dr. Sonja Friedrich-Killinger ist Dipl.-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Verhaltenstherapeutin und in eigener Praxis in Ludwigsburg tätig. Traumatherapeutin NET; Dozentin an verschiedenen Hochschulen; Fellow und Wissenschaftlerin der Arbeitsgruppe für Empirische Religionsforschung an der Universität Bern. Ihr Buch „Die Bindungsbeziehung zu Gott – ein dynamischer Wirkfaktor in der Therapie?“ leistet einen wichtigen Beitrag zur anwendungsorientierten religionspsychologischen Forschung. Zertifizierte Wohn- und Architekturpsychologin.

10.30 Uhr

Pause

11.15 Uhr

Michael Rohde

„Fürchte dich nicht!“ und „Ich will euch die Furcht des HERRN lehren“

Angst und ihre existentielle Bedeutung im Alten Testament

Für das Menschenbild des Alten Testaments gehört Angst bzw. Furcht existentiell zum Menschen. Eine zweistellige Vielzahl an Begriffen bringt zum Ausdruck, was die Kehle zuschnürt, den Menschen zittern oder das Herz schmelzen lässt. Furcht überfällt einen Menschen wie ein Feind oder eine Naturgewalt. Wie von außen kommt die Angst und engt Menschen ein und kann sie sogar wie eine Textilie bekleiden oder wie ein Nahrungsmittel sättigen. Wer oder was macht Menschen Angst? Begrifflich verschmelzen Vorstellungen vom Erschrecken vor Gott (Gottesschrecken) und Ehrfurcht vor Gott (Gottesfurcht). Welche Seiten können wir durch die Bildsprache des Alten Testaments an Angst entdecken? Welche Umgangsweisen mit Angst sind möglich? Wie wirkt die Herausforderung: „Ich will Euch die Furcht des HERRN lehren“ (Psalm 34,12) neben einem Angst erregenden Gott und der zigfachen Aufforderung Gottes an Menschen: „Fürchte Dich nicht!“?

Dr. theol. Michael Rohde, Jg. 1973, ist seit 2015 leitender Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hannover-Walderseestraße und war von 2007-2015 Professor für Altes Testament an der Theologischen Hochschule Elstal. Zur Gemeinde Walderseestraße gehören rund 700 Mitglieder, mehrere diakonische Einrichtungen und ein Netzwerk an Beratung und Seelsorge.

12.30 Uhr

Mittagspause

In der Mittagspause finden Fachgruppenvernetzungstreffen für in der Theologie, Psychotherapie, Beratung/Seelsorge und Sozialarbeit Tätige statt.

14.30 Uhr

Matthias Gasche

Polarisierung als Zeitphänomen

Was steht hinter dem derzeitigen Trend zu Denkvereinfachungen?

Die schier unendliche Freiheit unserer Zeit wirkt als umfängliche Überforderung und öffnet damit Tür und Tor für Polarisierung, die auf dem Boden der Angst gedeihen kann. Einfache Antworten, scheinbar klare Grenzen entsprechen unserem Wunschdenken, die dann unabhängig von realen Gegebenheiten zu irrationalen Phänomenen, Gefährdung von Demokratie und Meinungsfreiheit, Ausgrenzungen von Minderheiten, irrationalen und schädlichen Entscheidungen führen. Umfassende Berücksichtigung und Umsetzung der vier Basisbedürfnisse nach Grawe: Bindung, Autonomie, körperliches Wohlbefinden und Selbstwerterhöhung – auf einer Erfahrungsebene umgesetzt – führen zur Aktivierung individueller und dann immer mehr gesellschaftlicher Ressourcen. Diese helfen, in einer starken Gemeinschaft die „Denkvereinfacher“ zu entlarven, sie wieder in ihre Grenzen zu weisen und seelische und soziale Gesundheit hervorzubringen.

Matthias Gasche ist Chefarzt der Gelderland-Klinik am Niederrhein, einer Facheinrichtung für psychosomatische Rehabilitation. Seine fachärztliche Ausbildung war entscheidend vom „Bad Herrenalber-Modell“ geprägt, einem humanistisch und spirituell ausgerichteten Behandlungskonzept. Hier kam er auch in Kontakt mit dem 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker, in dessen Leitungsgremium, dem Gemeinsamen Dienstausschuss (GDA) er über einige Jahre ehrenamtlich mitarbeitete. Er ist Facharzt für Psychosomatische Medizin, systemischer Familientherapeut und Senior Teacher für das Training Emotionaler Kompetenz (TEK).

15.45 Uhr

Pause

16.30 Uhr

Heinrich Bedford-Strohm

Klimaproblematik und Corona-Krise

Was wir über menschliche Änderungsresistenz, Änderungsmöglichkeiten und die Instrumentalisierung der Angst lernen können

Die Klimakrise wie die Coronakrise haben das öffentliche Leben im letzten Jahr in hohem Maße bestimmt. Beide Themen haben sowohl politische und gesellschaftliche Bedeutung als auch massive Auswirkungen auf unser persönliches Leben, auch wenn sich beim Klimathema die persönliche Betroffenheit vor allem bei jungen Leuten massiven Ausdruck verschafft hat. Der Umgang mit persönlicher Betroffenheit wirkte sich bei beiden Themen in je unterschiedlicher Weise auch auf die öffentlichen Diskussionen aus. Wie kann solche Betroffenheit zur Basis für verantwortliches Handeln werden und konstruktive Lösungsorientierung an die Stelle der Instrumentalisierung von Angst werden? Und welche Rolle kann Religion dabei spielen? Diesen Fragen will der Vortrag nachgehen.

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, geb. 1960, Promotion und Habilitation an der Universität Heidelberg, nach einer Gastprofessur am Union Theological Seminary in New York und einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Gießen bis 2004 Gemeindepfarrer in Coburg. Danach Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen sowie Leiter der Dietrich-Bonhoeffer-Forschungsstelle für Öffentliche Theologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Seit 2009 auch außerplanmäßiger Professor für Systematische Theologie und Ekklesiologie an der Universität Stellenbosch/Südafrika. Seit 1. November 2011 ist er bayerischer Landesbischofs und seit 2014 Ratsvorsitzender der EKD.

anschließend

Abend zur freien Gestaltung

Angebote zum Kennenlernen unserer Gastgeberstadt Würzburg: Stadtführungen für alle Interessierten

Wie beim letzten Mal organisieren wir wieder spannende Stadtführungen. Start um 18.30 Uhr beim CCW. Kosten zirka 8,– Euro, zahlbar bei Beginn. Genauere Informationen werden noch bekanntgegeben.

Dienstag - 03. Mai 2022

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Anja Neu-Illg und Christine Beatrix Fischer mit Band

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Seminarblock A

10.45 Uhr

Pause

11.30 Uhr

Seminarblock B

13.00 Uhr

Mittagspause

In der Mittagspause finden Fachgruppenvernetzungstreffen für in der Theologie, Psychotherapie, Beratung/Seelsorge und Sozialarbeit Tätige statt.

14.30 Uhr

Seminarblock C

16.00 Uhr

Pause

16.45 Uhr

Seminarblock D

18.15 Uhr

Pause

20.00 Uhr

Abendgottesdienst
„Wenn Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“

Mit Tobias Faix (Predigt), Jörg Bartoß (Trickkünstler) und Christine Beatrix Fischer mit Band (Musik)

Wir leben in einer Zeit zunehmender Polarisierung, öffentlicher Empörungen und moralischer Kulturkämpfe. Oftmals herrscht Angst statt Zuversicht. Deshalb ist eine Orientierung an einem Gott der Gerechtigkeit von großer Bedeutung. Er hilft uns seine Gerechtigkeit mit Liebe und Hoffnung wahrhaftig zu leben und so zu Friedensstiftern zu werden. Externe Gottesdienstbesucher*innen sind herzlich willkommen.

 

Dr. Tobias Faix ist Professor für Praktische Theologie an der CVJM-Hocschule in Kassel und leitet dort den Masterstudiengang Transformationsstudie: Öffentliche Theologie & Soziale Arbeit. Er engagiert sich in vielfältiger Weise in Gemeinde und Kirche und lebt mit seiner Familie in Marburg.

 

Jörg Bartoß, ist Pastor und Evangelist. Er liebt es „Menschen für Jesus zu begeistern“. Jörgs Trickkiste ist „MEHR als ILLUSION“. Er erzählt mit der Trickkunst von Jesus und was er mit ihm und Gottes Wort erlebt hat. Jörg ist als Evangelist in ganz Deutschland unterwegs. Er freut sich auf einen unvergesslichen Abend mit Ihnen und viel Freude und Faszination sowie Wahrheit und die beste Botschaft der Welt.

 

Christine Beatrix Fischer. Sängerin, Popkantorin, Musiklehrerin. Singt mit Leidenschaft. Bunt durcheinander. Pop. Klassik. Praise & Worship. Barjazz. Kabarettsongs. Rocksongs. Kinderlieder. Christine Beatrix Fischer hält Musik für ein sich ständig selbst neu befruchtendes und wachsendes Element, das lebendig bleibt, wenn man es sein lässt wie es will. Musik ist sinn-VOLL und vielfältig, ehrlich, nah am Leben, am Herzen, am Menschen, am Schöpfer selbst. „Sacropop“ ist eines ihrer Konzertprogramme mit selbstgeschriebenen Songs, die sich als moderne Gemeindelieder eignen, aus dem Leben kommen, vom persönlichen Glauben, Zweifel und Erleben erzählen. Aus diesem Programm präsentiert sie mit ihrer Band auf diesem Kongress zur Eröffnung ein Kurzkonzert und leitet zudem jeden Morgen die Lobpreiszeit mit aktuellen Worshipsongs, die zum begeisterten Mitsingen einladen. Sie studierte an den Musikhochschulen Detmold und Köln Gesang und Gesangspädagogik sowie Gymnasiallehramt in Siegen.

Mittwoch - 04. Mai 2022

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Anja Neu-Illg und Christine Beatrix Fischer mit Band

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Corinna Dahlgrün

Alternative Erfahrungsräume.

Überlegungen zur Vermittlung von Hoffnung und Annahme in Seelsorge und geistlicher Beratung

Gott liebt seine Geschöpfe. Er ruft sie, damit sie seine Liebe erfahren und erwidern können. Wenn ein Mensch sich entfernt, ruft Gott ihn zurück, und freut sich, wenn er umkehrt, die Liebe neu annimmt und getröstet und hoffnungsvoll seine Straße fröhlich ziehen kann (Apg 8,39).

Das sind Sätze, von deren Wahrheit ich überzeugt bin. Nur: Wie kommen wahres theologisches Wort und gelebtes Leben zusammen? Manchmal geschieht es, durch das Wirken Gottes im Geist, unerklärlich, unverfügbar. Manchmal geschieht es nicht. Manchmal stehen wir als Beratende dem im Weg, manchmal begegnen wir dem Unvermögen, aufzunehmen, was angeboten ist. Und dann?

Seelsorge braucht Menschen, die für den Glauben an den liebenden Gott einstehen und etwas von dem ausstrahlen, was sie selbst erfahren haben. Und sie braucht einen Raum, der Geborgenheit vermittelt und Vertrauen ermöglicht.

Corinna Dahlgrün wurde 1957 in Hamburg geboren. Nach dem Studium (Germanistik und Ev. Theologie) promovierte sie 1991 in der Kirchengeschichte (Hartmann von Aue, Laientheologie im Mittelalter). Nach dem Vikariat war sie von 1992 bis 1995 Pastorin in Hamburg. 2000 habilitierte sie sich in Göttingen (Eschatologische Predigt); 2001 bis 2004 hatte sie den Lehrstuhl für Praktische Theologie in Bethel inne, seit 2005 lehrt sie in Jena. Ihre Schwerpunkte sind neben Homiletik, Seelsorge und Liturgik vor allem Hymnologie (avantgardistische Musik), Spiritualität (verschiedene Veröffentlichungen) und Ökumene.

10.30 Uhr

Pause

11.15 Uhr

Hans-Joachim Eckstein

„Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“

Angst kommt von Enge, Weite und Zuversicht kommen aus der Liebe

Die Überwindung der Angst gründet im Vertrauen. Vertrauen aber können wir von uns aus nicht herstellen, es wird in uns erweckt und gebildet – von jemandem, der selbst vertrauenswürdig ist. Denn was wir sind, das sind wir durch Beziehungen. Und wer wir sein wollen, entdecken wir in persönlichen Begegnungen. Dies gilt in letzter Dimension für die Liebe Gottes, die wohl unsichtbar, aber vollkommen ist. Sie wird für uns greifbar in der menschlichen Liebe, die zwar unvollkommen, aber sichtbar ist. Wie es Jesus zuspricht, gründen Trost und Überwindung in der Gewissheit der tragenden Beziehung: Wir sind gewollt, wo wir herkommen; und wo wir hingehen, werden wir  erwartet. Etwas Schöneres als diese Wertschätzung durch die Liebe Gottes werden wir nicht einmal im Himmel erfahren. Und wenn wir von dieser Zuversicht schon hier und jetzt erfüllt sind, verändert das alles an unserem Leben.

Dr. Hans-Joachim Eckstein ist Professor für Neues Testament. Vor 2001 lehrte er an der Universität Heidelberg, bis 2016 an der der Universität Tübingen. Seit 2004 ist er Mitglied der Kammer für Theologie der Evangelischen  Kirche in Deutschland (EKD); 2004 - 2016 war er Synodaler der Evang. Landeskirche in Württemberg. Für seine hochschuldidaktischen Fähigkeiten erhielt er vom Land Baden-Württemberg den Landeslehrpreis. Für seine besondere Basis- und Gemeindenähe in Lehre, Publikationen und Beratung sowie für sein Brückenbauen zwischen wissenschaftlicher Theologie und Gemeindeglauben erhielt er den Sexauer Gemeindepreis für Theologie. Vielen ist er durch seine eindrücklichen Vorträge und Predigten sowie durch seine zahlreichen Veröffentlichungen und Gemeindelieder bekannt. www.ecksteinproduction.com

12.30 Uhr

Verabschiedung

12.45 Uhr

Ende des Kongresses