Mittwoch – 17. April 2024

19:30 Uhr

Begrüßung und Eröffnung der Tagung

Anne-Katharina Neddens
1. Vorsitzende der APS

Grußworte

Martin Heilig
Bürgermeister der Stadt Würzburg

Wenrich Slenczka
evangelisch-lutherischer Dekan in Würzburg

20:00 Uhr

Eröffnungsvortrag

Michael Herbst

Mehr sein –
der Mensch zwischen Verantwortung, Vermessenheit und Verheißung

Mehr‘ aus seinem Leben zu machen, mehr zu leisten, das Leben endlich in den Griff zu bekommen und in jeder Hinsicht ‚besser‘ zu werden, ja als Mensch zu wachsen, ist wohl eine der wichtigsten Strebungen (nicht nur) unserer Tage. Unsere Sprache verrät, dass es um mehr geht als um gute Leistung (gegen die nichts zu sagen wäre). Wir sprechen davon, uns ‚selbst zu optimieren‘, in jeder Hinsicht ‚unser Potenzial abzurufen‘. In fast allen Lebensbereichen gilt: Wir sind, was wir leisten. Die Einschätzung durch andere (aber auch durch uns selbst) steht und fällt mit unserem Erfolg. Zuweilen ist nicht einmal der Glaube davon ausgenommen; schließlich erwarten wir auch hier mehr von und für uns selbst. Der Eröffnungsvortrag entfaltet dieses Thema als Spannung zwischen Verantwortung, Vermessenheit und Verheißung und führt so in das Tagungsthema ein.

Prof. Dr. Michael Herbst (Jg.1955) war wiss. Mitarbeiter in Erlangen, Pfarrer in Münster und Klinikseelsorger (Kinderklinik) in Bielefeld-Bethel und von 1996 bis 2022 Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie und Gründungsdirektor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung der Universität Greifswald. Er lebt mit seiner Frau in der Nähe von Bamberg und arbeitet als Autor, Redner und Podcaster zu Themen der Gemeindeentwicklung, Seelsorge und Verkündigung. 

Kongressband: "Mosaik" mit Jan Feyerlein, Miriam Götzelmann, Mona Keilberth, Matthäus Krumrey und Tobias Spengler
Wir verstehen uns als Söhne und Töchter Gottes, die das Musikmachen und Jesus lieben. Wie ein Mosaik wollen wir in unserer Unterschiedlichkeit zusammen ein Kunstwerk zur Ehre Gottes erschaffen.

Donnerstag – 18. April 2024

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Andacht: Michael Rode
Dr. theol. Michael Rohde (Jg. 1973) ist seit 2015 leitender Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hannover-Walderseestraße und war von 2007-2015 Professor für Altes Testament an der Theologischen Hochschule Elstal. Zur Gemeinde Walderseestraße gehören rund 700 Mitglieder, mehrere diakonische Einrichtungen und ein Netzwerk an Beratung und Seelsorge.

Kongressband: "Mosaik"

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Thomas Fuchs

Lässt sich der Mensch verbessern? Künstliche Intelligenz, Transhumanismus und das menschliche Glück

Der Vortrag unternimmt eine Kritik gegenwärtig vertretener transhumanistischer Positionen in zwei Schritten:

1) Die Forderung nach einer grundlegenden Verbesserung der menschlichen Natur trifft auf typische Optimierungskonflikte: Jede vermeintliche Verbesserung bringt nämlich die evolutionär herausgebildeten Proportionen der menschlichen Vermögen aus dem Gleichgewicht, wie an verschiedenen Beispielen des Enhancement gezeigt wird.

2) Die Idee einer Neugestaltung der biologischen Natur des Menschen ist aber auch grundsätzlich selbstwidersprüchlich. Denn die Vorstellungen vom Guten oder „Optimalen“, dem diese Umgestaltung letztlich dienen soll, sind ohne die verkörperte Naturbasis nicht mehr sinnvoll formulierbar.

Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs ist Karl-Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie an der Universität Heidelberg. Leiter der Sektion Phänomenologische Psychopathologie und Psychotherapie, Herausgeber der Zeitschrift „Psychopathology“, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Anthropologie, Psychiatrie und Psychotherapie (DGAP). Forschungsschwerpunkte: Phänomenologische Psychologie, Psychopathologie und Anthropologie, Theorien der Verkörperung und der Neurowissenschaften.

10.30 Uhr

Pause

11:00 Uhr

Vorstellung der internationalen Gäste

11.20 Uhr

Georg von Polier

Entwicklungsherausforderungen in Kindheit und Jugend

In dem Vortrag wird zunächst die reguläre Entwicklung von Kindern und Jugendlichen vor einem neurowissenschaftlichen Hintergrund dargestellt. Im Weiteren betrachten wir aktuelle Herausforderungen an die Identitätsentwicklung von Jugendlichen im digitalen Zeitalter, u. a. mit Ansprüchen an Selbstvermarktung sowie Grundzüge pathologischer Entwicklung. Abschließend beleuchten wir aktuelle Ergebnisse zur Resilienz von Kindern und Jugendlichen, ihren Chancen und einen möglichen Beitrag von Erwachsenen zu einer positiven Entwicklung.

Prof. Dr. med. Georg von Polier ist Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters, Uniklinikum Leipzig; Forschungsschwerpunkte: Biomarkerentwicklung für psychiatrische Diagnostik und Behandlung; Entwicklungsneurowissenschaften, Schwerpunkt externalisierende Verhaltensstörungen.

12.30 Uhr

Mittagspause

Fachgruppenvernetzungstreffen

In der Mittagspause finden gesonderte Fachgruppenvernetzungstreffen verschiedener Berufsgruppen statt. Neugierige sind herzlich willkommen! Bitte beachten Sie hierfür die Hinweise in der Tagungsmappe vor Ort.

14.30 Uhr

Sandra Mai

"Mehr Sein" in Krankheit und Lebensende.
Würdezentrierte Therapie

Die Kurzintervention Dignity Therapy, zu Deutsch Würdezentrierte Therapie, wurde auf der Grundlage des empirisch erhobenen Würdemodells von Harvey M. Chochinov, Kanada, entwickelt. Mit der Würdezentrierten Therapie wird der Blick weg von der Krankheit hin zur erkrankten Person gerichtet. Die Intervention zielt darauf ab, das Würdeempfinden von (Palliativ-)Patienten zu stärken und somit existentielles Leid am Ende des Lebens zu lindern.
Der positive Einfluss der Würdezentrierten Therapie auf Depression, Angst, das Würdeempfinden und die Lebensqualität konnte seit 2002 in zahlreichen international hochrangig publizierten Studien belegt werden.

Sandra Mai ist Diplom-Psychologin in der Interdisziplinären Abteilung für Palliativmedizin der Universitätsmedizin Mainz, Fachpsychologin Palliative Care (BDP-DGP), 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Patientenwürde e.V.

15.45 Uhr

Pause

16.30 Uhr

Evi Rodemann

Scheitern erwünscht – wie uns die Herausforderungen wachsen lassen

Keiner von uns wünscht sich wirklich ein Scheitern, aber wie ist Wachstum möglich, ohne durch Herausforderungen im Leben und in Verantwortung zu gehen?
Viele Verantwortliche zerbrechen an ihren Aufgaben, deshalb die Frage, wie gehen wir mit den Krisen und Scheitermomenten im Leben um? Was hilft uns, gut durch solche Phasen hindurchzugehen und am anderen Ende gereift, gewachsen und gesund heraus zu kommen? Gemeinsam denken wir über mögliche Stolperfallen nach und wie wir diesen mit Gottes Hilfe begegnen können.

Evi Rodemann (Jg. 1971) lebt im Großraum Hamburg und arbeitet als Theologin und Eventmanagerin. Sie engagiert sich in der internationalen Arbeit der Lausanner Bewegung und der „Mission Commission“ der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) sowie in ihrem Verein „LeadNow“. Ihr Schwerpunkt ist die junge Leitergeneration.
Webseiten: evirodemann.com, www.leadnow.center

 

anschließend

Abend zur freien Gestaltung

Angebote zum Kennenlernen unserer Gastgeberstadt Würzburg: Stadtführungen für alle Interessierten

Wie beim letzten Mal organisieren wir wieder spannende Stadtführungen. Start um 18.30 Uhr beim CCW. Die Führungen können bei der Online-Anmeldung für 8.– Euro dazu gebucht werden.

Freitag – 19. April 2024

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Andacht: Olaf Kormannshaus
Pastor und Dipl.-Psych., Supervisor (EKFuL); verheiratet, drei erwachsene Kinder und sechs Enkel. Berufliche Tätigkeit: Gemeindepastor Buchholz i.d.N., überregionale Jugendarbeit, Theologische Hochschule und Institut für Seelsorge und Psychologie Elstal (Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden), seit 2015 im Ruhestand.

Kongressband: "Mosaik" 

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Seminarblock A

10.45 Uhr

Pause

11.30 Uhr

Seminarblock B

13.00 Uhr

Mittagspause

14.30 Uhr

Seminarblock C

16.00 Uhr

Pause

16.45 Uhr

Seminarblock D

18.15 Uhr

Pause

20.00 Uhr

Konzertlesung
„Das Leben ist nicht schwarz-weiß“

Mit Judy Bailey und Patrick Depuhl

„Das Leben ist nicht schwarz-weiß.“ – Ein Abend mit Songs und Geschichten aus voller Seele. Judy und Patrick singen, lesen und berühren mit Humor, Herz und Hirn. Ihre Konzertlesung entfaltet sich in einem einmaligen Bühnenbild, das in Staunen versetzt. Dabei hat das Künstlerpaar weder Angst, dorthin zu gehen, wo es wehtut – noch scheut es sich, Hoffnung zu verbreiten. Auch dann nicht, wenn sie von Wurzeln in der Sklaverei oder Geheimnissen aus der Zeit des Nationalsozialismus erzählen. Äußerst persönlich, echt und einfühlsam. Ein bewegender Dialog mit dem Herzen: Unerwartet verletzlich. Erstaunlich mutig. Wunderbar kraftspendend. Denn die meisten Dinge die Gott schuf, da sind sie sich ziemlich sicher, sind erstaunlich bunt… 

Judy Bailey, geboren 1968 in London, ist Sängerin, Komponistin und Musikerin. Ihre musikalische Reise führte sie in über dreißig Länder und zu vierzehn eigenen Alben. Sie spielte ihre Lieder vor Millionären und Ministern, Papst und Präsidenten, ebenso wie für Obdachlose, Gefangene und Geflüchtete. Sie wuchs auf Barbados auf, hat Psychologie an der University of London studiert und lebt heute gemeinsam mit ihrem Mann Patrick Depuhl, mit dem sie seit 25 Jahren verheiratet ist, und den drei Söhnen in Deutschland.

Patrick Depuhl, geboren 1970, ging in Duisburg und Dallas in den Kindergarten. Er hat Kommunikationswissenschaft studiert und ist neben der Musik und dem Schreiben auch als Coach tätig; er war z.B. für Porsche in China und Malaysia oder hat vor Young Leaders in Nairobi gesprochen. Im Radio erzählt er in „Kirche im WDR“ immer mal wieder Gottgeschichten aus dem Leben.

Samstag 20. April 2024

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Andacht: Anja Neu-Illg
Pastorin aus und in Mecklenburg. Zunächst Bankkauffrau, nach dem Studium der Evangelischen Theologie 10 Jahre Gemeindepastorin (BEFG) mit den Schwerpunkten Junge Erwachsene und Spiritualität in Hamburg. Geistliche Begleiterin, Systemische Organisationsentwicklerin, Autorin und Sprecherin für kirchliche Beiträge im NDR und Deutschlandfunk. Verheiratet, eine Tochter.

Kongressband: "Mosaik"

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Young Professionals
Moderiertes Interview

9.45 Uhr

Pause

10.00 Uhr

Franziska Eckert

Grenzsituationen –
Ethik in Medizin und Forschung

Durch die Tätigkeit im onkologischen Bereich sind ethische Entscheidungen auch in medizinischen Grenzsituationen Teil meiner täglichen Arbeit. Dies gilt sowohl für die Versorgung der Patienten in der klinischen Praxis (z.B. Betreuung krebskranker Kinder, Palliativmedizin) als auch für die klinische Forschung in der Onkologie und den Umgang mit experimentellen Therapien. Als Christen versuchen wir, Entscheidungen nicht nur auf Grundlage ethischer Richtlinien in der Medizin, sondern auch auf Basis der Maßstäbe der Bibel zu treffen. Doch was, wenn berufliche Entscheidungen die Richtlinien der christlichen Moral überschreiten? In diesem Vortrag werden Grenzsituationen aus der Medizingeschichte sowie aktuelle medizinethische Herausforderungen mit Bezug auf Selbstreflektion und Entwicklung eigener ethischer Überzeugungen aufgegriffen (Professional Identity Formation).

Apl. Prof. Dr. Franziska Eckert hat in Tübingen Humanmedizin studiert und 2018 dort im Fach Radioonkologie habilitiert. Seit 2022 ist sie außerplanmäßige Professorin. 2022 erfolgte der Wechsel an die Medizinische Universität Wien, wo sie die Stellvertretende Klinikleitung der Universitätsklinik für Radioonkologie übernahm. Neben der klinischen Arbeit und translational wissenschaftlichen Projekten im Bereich Immunonkologie ist sie seit über 10 Jahren auch im Bereich Medizin und Holocaust tätig. Ausgehend von der Beschäftigung mit der eigenen Familiengeschichte hat sie die Aufarbeitung in der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie angestoßen und maßgeblich mitgestaltet. Als Teil des internationalen Medizin und Holocaust Netzwerks und auch in Kooperation mit der „Lancet Commission on Medicine after the Holocaust“ setzt sie sich mit den zugrundeliegenden Mechanismen auseinander, die Menschen und speziell Mediziner und Therapeuten zu Tätern und Mitläufern machen und wie in ethischen Grenzsituationen moralische Standards aufrecht erhalten werden können.

11.00 Uhr

Pause

11.45 Uhr

Thomas Maria Renz

"Mehr Sein" als Verheißung: Von der Gottebenbildlichkeit zur Fülle in Christus

Unserer täglichen Erfahrung von Begrenztheit, Ohnmacht und Unvollkommenheit steht Gottes Verheißung entgegen, der uns als sein Abbild erschaffen hat (Gen 1,27), um uns immer mehr in Christus zu verwandeln (Gal 2,20) und uns in IHM zum vollkommenen Menschen (Eph 4,13) zu machen. Wie kann ich mit dieser Spannung leben, ohne unter ihrem Spannungsbogen zu zerbrechen, weil mir die Distanz vom einen zum anderen zu groß erscheint? Das `schon und noch nicht` unseres Glaubens – schon ein Kind Gottes aber noch nicht vollendet, schon erlöst aber immer noch sündig, schon in der Gnade aber noch immer in der Versuchung – soll mich nicht demotivieren, mich auszustrecken nach dem, was vor mir liegt (Phil 3,13-14). Die Vorboten der Erfüllung des Verheißenen jetzt schon zu entdecken und die Welt mit Gottes Augen zu sehen, das ist das große Abenteuer des Glaubens, zu dem Gott uns einlädt!

Thomas Maria Renz ist katholischer Weihbischof in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, also enger Mitarbeiter des Bischofs in der Leitung der Diözese mit der Zuständigkeit für Ordensgemeinschaften und Geistliche Gemeinschaften sowie für die katholische Jugendarbeit in Württemberg. Mitglied der Bischöflichen Kommission „Justitia et Pax“ und der Kommission „Erziehung und Schule“ der Deutschen Bischofskonferenz. Mitglied der ökumenischen Initiativen „Miteinander für Europa“, „Treffen von Verantwortlichen“ von Geistlichen Gemeinschaften und „Deutschland betet“.

12.45 Uhr

Verabschiedung

13.00 Uhr

Ende des Kongresses

13:30 Uhr

APS- Jahres Mitgliederversammlung

Ende ca.14:30 Uhr